Lebenslauf
Vereinsleben: Bewegte Zeiten – Wien und die Presse

Versuch einer Schadensbegrenzung:

„Es war eine der herausragenden Einladungen, die den Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf im Dezember 1981 in den Goldenen Saal des Wiener Musikvereins führte. Die freundschaftliche Bekanntschaft mit dem damaligen Duisburger Generalmusikdirektor Miltiades Caridis war der Schlüssel. Caridis war zu dieser Zeit auch Chef des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters, das seine Konzerte auch im Wiener Musikvereinssaal gab. Auf dem Programm stand Beethovens „Missa solemnis“, der Rundfunk (Ö II) zeichnete auf (siehe Schallarchiv Vol. 17), die Solisten waren absolute Weltklasse.

Großer Beifall, zufriedene Gesichter auf allen Seiten. Doch dann kam nach der Rückreise ein etwas sehr kritischer Pressekommentar in Sachen Orchester, was postwendend von der Duisburger Sekretärin des Dirigenten an ihn nach Wien übermittelt wurde und so auch den Weg zum dortigen Orchester fand. Sätze wie „Der ausgezeichnete Chor hätte einen besseren Begleiter verdient gehabt.“ trafen die Musiker des NTO natürlich ins Mark. Das zumindest zu lindern führte dazu, dass ich mich ins Auto setzte, nach Wien fuhr und dort anlässlich einer Probe mich entschuldigend vor das Orchester zu stellen und um Abbitte bat. Geholfen hat es insofern, als die so angesprochenen Musiker anerkennend zur Kenntnis nahmen, dass sich jemand, den keinerlei Verantwortung für den besagten Pressebericht traf, auf eine derart lange Reise begab. Perspektivisch war dieser Fauxpas leider nicht zu heilen, der Chor konnte sich in Wien bislang (2018) kein zweites Mal präsentieren….“

Erinnerungen von Rainer Großimlinghaus im Dezember 2017

Bild: Der Musikverein (Düsseldorf) im Goldenen Saal des Musikvereins (Wien)