Lebenslauf
Robert Schumann

Robert Schumann dirigierte die Uraufführung seiner Komposition „Adventlied".

Dies war das erste Konzert Robert Schumanns als neuer Musikdirektor in Düsseldorf. Das Programm dieses Konzertes stellte sich wie folgt dar:

I. Teil:
1. L. v. Beethoven: Ouvertüre C-Dur (Die Weihe des Hauses), op. 124
2. F. Mendelssohn Bartholdy: Klavierkonzert g-Moll, op. 25 (Clara Schumann)
3. R. Schumann: »Adventlied«, op. 71 (zum ersten Mal)
4. J.S. Bach: Präludium und Fuge a-Moll (Clara Schumann)

II. Teil:
5. N.W. Gade (Bild): Comala. Dramatisches Gedicht für Soli, Chor u. Orchester, op. 12 (Soli: Mathilde Hartmann, Frl. Kniffler, Frl. Altgelt, Hr. Platzhoff; Harfenparthie: Frau Lorent aus Köln)

In Verbindung mit diesem Konzert möchten wir einige Anmerkungen machen, die sich mit dem Notenmaterial und den Noten-Altbeständen des Musikvereins beschäftigen (Quelle: Matthias Wendt - "Die originalen Besetzungsstärken der (vokal-) symphonischen Werke Robert Schumanns")

(1) "Schumann führte in Düsseldorf 16 eigene (vokal-)symphonische Kompositionen auf. Zu einem erfreulich großen Teil dieser Werke finden sich heute noch Aufführungsmaterialien im Altbestand des Düsseldorfer Musikvereins. Leider aber wurden ehemals vorhandene alte Stimmensätze bei späterer Anschaffung neuer Stimmen mitunter auch komplett oder zum großen Teil vernichtet, manchmal überlebten von den Streicherstimmen nur einzelne Exemplare. Teilweise ist darüber hinaus durch die Vermischung verschiedener Stimmvarietäten unklar, ob überhaupt und wenn ja, welche dieser Stimmen von einer Aufführung unter Schumann herrühren. So existiert beispielsweise zum "Adventlied op. 71" ein handschriftlicher Stimmensatz, dessen Instrumentalstimmen zum größten Teil vermutlich von Otto Hermann Klausnitz geschrieben worden sind, einem nachweisbar für Schumann tätigen Kopisten; fünf Instrumentalstimmen, darunter alle drei ad-libitum-Posaunen, sowie die Mehrzahl der Chorstimmen stammen dagegen von der Hand des ebenfalls für Schumann tätigen Kopisten A. Ottmann. Klausnitz kam jedoch erst Ende Januar 1851 nach Düsseldorf, so daß die von ihm geschriebenen Stimmen keinesfalls bei der einzigen von Schumann geleiteten Düsseldorfer Aufführung des Werkes, am 24. Oktober 1850, benutzt worden sein können. Ins Bild paßt auch, daß die von dieser Kopistenhand stammenden Holzbläserstimmen jeweils doppelt vorhanden sind, so daß es sich vermutlich um Stimmen handelt, die erst für die Aufführung des Werkes beim Niederrheinischen Musikfest von 1856 gefertigt wurden. Ottmann wiederum konnte bislang zwar für 1850, nicht jedoch für 1856 nachgewiesen werden. Einige der von ihm gefertigten Stimmen zeigen zudem von Schumann stammende Korrekturen, woraus folgt, daß nur diese Stimmen und somit wohl auch deren von unbekannter Hand gefertigte Dubletten mit Sicherheit bei der von Schumann geleiteten Aufführung benutzt worden sind."